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Zeitungsartikel 6 vom 26.04.2005

Zeitungsartikel 6 vom 26.04.2005

Öffentlicher Anzeiger KH vom 26.04.2005

13-Jährige wartet auf Prozess-Ende

Missbrauchs-Verfahren immer wieder verrschoben

Bad Kreuznach. Im Verfahren um die Vergewaltigung eines 13 Jahre alten Mädchens wurde der Prozesstermin gegen einen 80-jährigen Mann aus Winzenheim inzwischen zum sechsten Mal verschoben. Ein Termin wurde abgesagt, weil der Richter verhindert war, zu einem anderen konnte die psychiatrische Gutachterin nicht erscheinen. Für alle weiteren Termine hatte sich der Angeklagte aus gesundheitlichen Gründen entschuldigt.

Unter dem Wechsel von Terminierungen und deren Aufhebungen während der vergangenen eineinhalb Jahren leide seine junge Mandantin ganz erheblich, erklärt Rechtsanwalt Hardy Hollinka, der das Mädchen als Nebenkläger vertritt, gegenüber unserer Zeitung. „Das hat das Mädchen krank gemacht, und die Tat wird ihr noch lange über den Prozess hinaus gesundheitlich sehr zu schaffen machen“. Ihre Tochter leide unter Adipositas (Fettsucht), schweren Depressionen und dem Drang zur Selbstverletzung, berichtet die Mutter. Alles Symptome, wie sie in dieser Kombination bei Opfern von Vergewaltigungen oft auftreten.

Gewünscht hätte es sich Hollinka, wenn sich der Angeklagte von Beginn an dem Verfahren gestellt hätte, um so dem Mädchen weiteres Leid zu ersparen. Noch am ersten Tag hatte der Mann, der durch ein Geständnis auf eine milde Strafe hoffte, vor dem Amtsgericht sämtliche Vorwürfe der Anklage, nämlich Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch, umfassend eingeräumt. Nachdem das Gericht nach kurzer Beratung mitteilt, dass keinesfalls eine Bewährungsstrafe in Betracht komme, begann der Rentner, das Mädchen zu belasten.

Deren Mutter habe bei ihm putzen dürfen. Als er dem Mädchen seine Schallplattensammlung zeigen wollte- die Mutter war außer Haus-habe er das Mädchen nackt auf dem Bett in seinem Schlafzimmer gefunden. „Ich habe da nichts gemacht“ beteuerte der Angeklagte vor Gericht. „Da war nichts sexuelles, wir haben nur ein wenig gefummelt“ , gab der Mann dann doch ungewollt zu. Eine Vergewaltigung stritt er ab.

Um das Geschehen verarbeiten zu können, reiche dem Mädchen schon eine Verurteilung des Angeklagten, so Hardy Hollinka. Denn wegen seines Gesundheitszustandes könne der Mann wohl sowieso nicht in Haft genommen werden. „es ist Zeit, dass das Mädchen einen Schlussstrich unter diese schreckliches Erlebnis ziehen kann“.

Doch Gericht und Staatsanwaltschaft sind die Hände gebunden. Das Verfahren ruht, bis der Angeklagte verhandlungsfähig ist. Vielleicht muss es wegen des Gesundheitszustandes des 80-jährigen eingestellt werden. Seine Anwesenheit in der Hauptverhandlung sei, wenn kein Ausnahmegrund vorliegt, zwingend erforderlich, erläutert das Innenministerium die aktuelle Gesetzeslage. (rm)


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