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Medizinische Untersuchung nach einer Vergewaltigung

Medizinische Untersuchung nach einer Vergewaltigung

Auch wenn eine medizinische bzw. gynäkologische Untersuchung nach einer Vergewaltigung für die meisten betroffenen Mädchen und Frauen eine psychische Belastung darstellt, ist sie sehr sinnvoll und sollte möglichst umgehend nach der Vergewaltigung erfolgen - am besten in Begleitung einer Vertrauensperson.

Die Untersuchung dient der Feststellung und Behandlung möglicher Verletzungen sowie der Beweissicherung. Sie ist aber in jedem Fall unabhängig von einer möglichen Anzeigeerstattung und ÄrztInnen, wie medizinisches Personal, unterliegen der Schweigepflicht. D. h. jede betroffene Frau und jedes Mädchen ist auch nach einer medizinischen Untersuchung in ihrer Entscheidung für oder gegen eine Anzeige frei.

Viele Frauen entscheiden sich zunächst gegen eine Anzeige, Jahre später jedoch dafür. Dann sind Unterlagen über eine medizinische Untersuchung als Beweismittel sehr hilfreich.

Dient die Untersuchung auch der Beweissicherung, ist es erforderlich, der Ärztin gegenüber detaillierte Angaben zum Tatverlauf zu machen. Die Ärztin sollte über eine beweissichernde medizinische Untersuchung informiert sein. Informationen über die Anforderungen können bei der Polizei eingeholt werden. Untersuchungsmerkblätter und -bögen können bei vielen Frauennotrufen bezogen werden (Verweisung möglichst an Rechtsmedizin o. ä. gynäkologische Abteilungen nächstliegender Krankenhäuser).

Beratung über Maßnahmen gegen eine ungewollte Schwangerschaft

Die "Pille danach“ sollte so früh wie möglich eingenommen werden, je nach Präparat spätestens 48 bis 72 Stunden nach der Vergewaltigung. Die "Spirale danach“ kann bis zu fünf Tagen nach der Vergewaltigung eingesetzt werden.

Ein Schwangerschaftstest ist frühestens 14 bis 16 Tage nach der Vergewaltigung möglich. Sollte sich erst später eine Schwangerschaft herausstellen, kann ein Abbruch nach der kriminologischen Indikation bis zu einer Frist von zwölf Wochen vorgenommen werden. Hierfür übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Beratung hinsichtlich der Möglichkeit einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten wie Pilzinfektionen, Hepatitis oder HIV.

Treten in der Folgezeit der Vergewaltigung Beschwerden auf, wie vermehrter Ausfluss, Juckreiz, Brennen im Genitalbereich, sollte eine erneute medizinische Untersuchung erfolgen, da manche Infektionen sich erst nach einiger Zeit bemerkbar machen.

Ein HIV-Test, der ausschließlich zur eigenen Sicherheit und nicht aus Überlegungen einer Anzeigeerstattung heraus erfolgt, kann drei Monate nach der Vergewaltigung erfolgen.

Wird eine Anzeigeerstattung überlegt und soll eine mögliche HIV-Infektion dabei Berücksichtung finden, sind jedoch zwei Blutuntersuchungen erforderlich: Eine erste unmittelbar nach der Vergewaltigung, um einen Negativ-Befund nachzuweisen sowie eine Blutuntersuchung drei Monate nach der Vergewaltigung. Wurde die Vergewaltigung angezeigt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Untersuchung. Das Gesundheitsamt und die AIDS-Hilfe bieten kostenlose und anonyme HIV-Tests an. Es sollte unabhängig von einer möglichen Anzeigeerstattung gut abgewägt werden, inwieweit ein Test in einer ohnehin schon sehr belastenden Situation nach einer Vergewaltigung sinnvoll ist.

Die AIDS-Hilfe bietet kostenlose Beratungen an.


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